Umsetzung
Unser Modell nennen wir „Häuser der Erneuerung“. In diesen Häuser wollen wir einem Lebensstil der Veränderung, des Gebetes, der Verbindlichkeit und des Dienstes Praxis und Ausdruck verleihen. Diese Häuser sollen wie Keimzellen neuen Lebens sein. Neuen Lebens, das im Gebet beginnt, das in verbindlicher Gemeinschaft gegründet ist und das im Dienst am Nächsten seinen Ausdruck findet. Jedes Haus funktioniert nach folgenden sieben Prinzipien:


klare Berufung
Grundlage unserer Entscheidung, kommunitär zu leben, ist der Ruf Gottes. Jeder, der Teil der Kommunität werden will, weiß sich dazu von Gott berufen. Das heißt, er erkennt für sich klare, persönliche Worte von Gott zu diesem Schritt. Die Entscheidung wird durch andere Menschen, insbesondere persönliche Leiter bestätigt. Auch die Leitung der Kommunität empfindet diesen Schritt als Berufung Gottes. Es ist uns wichtig, dass Menschen, die ernsthaft erwägen, bei uns mit dabei zu sein, ausreichend Zeit haben, diesen Schritt reifen zu lassen. Wir wollen mit unserer Kommunität gesund und organisch wachsen und auf gereifte Entscheidungsgrundlagen aufbauen. Wenn es sich nach einer Phase der Klärung und Prüfung herauskristallisiert, dass eine Person Teil der Kommunität werden will, suchen wir betend nach Möglichkeiten, sie in eine Gemeinschaft zu integrieren. Die Mitglieder der Kommunität stehen in einem Bund der Liebe und Hingabe zueinander.

regelmäßiges Gebet
Gebet ist für uns Grundbedürfnis und Lebensstil zugleich. Wir wissen uns berufen, Priester vor Gott zu sein (1. Pet 2,9; Offb 1,5-6). Wir haben entdeckt, dass unser Zuhause bei Gott im Himmel ist und wir vor ihm einen himmlischen Platz einnehmen dürfen (Eph 2,6; Kol 3,1-3). Die Anbetung, wie sie im Himmel stattfindet, ist unser Vorbild und unsere Leitlinie. Unsere Bestimmung ist es, Gott leidenschaftlich anzubeten – mit ganzem Herzen, mit aller Kraft und in jedem Bereich unseres Lebens. Jeder Atemzug, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes Wort, jede Tat, jede Stunde, Minute und Sekunde unseres Lebens sollen von der Liebe Gottes Zeugnis geben. Unsere Überzeugung ist es, dass Gebet die wichtigste von allen Lebensaktivitäten ist. Effektiver Dienst entspringt aus diesem Gebet und dauerhafte Segnungen in der Gemeinde und Gesellschaft haben ihren Ursprung darin. Der Weg zu Versöhnung und Einheit führt für uns über Gebet und Anbetung. Deswegen hat Gebet und Anbetung bei uns die zentrale Rolle. Wir wollen es im persönlichen Leben als auch in unserer Gemeinschaft pflegen und stärken. Für unsere Gemeinschaften bedeutet das, dass wir regelmäßige gemeinsame Gebetszeiten haben, dass wir einen Raum bzw. einen Bereich in unseren Häusern bewusst dem gemeinsamen Gebet weihen und dass wir regelmäßige, persönliche und gemeinschaftliche Gebetszeiten und -tage haben.

verbindliche Gemeinschaft
Wir wissen uns berufen, mit anderen in verbindlicher Gemeinschaft zu leben. In einer Zeit der Beziehungslosigkeit und des Individualismus wollen wir Akzente der Hoffnung und Erneuerung setzen. Die Liebe Christi ist uns Geschenk und Beispiel, erlebte Erfahrung und Ansporn zugleich. Sie ermöglicht uns, in einen Bund der Liebe und Hingabe miteinander zu treten, in der Verbindlichkeit und Treue, gegenseitige Verantwortlichkeit und Versöhnungsbereitschaft beständig geübt wird. Die tägliche Bereitschaft zur Veränderung ist Voraussetzung einer solchen Gemeinschaft der Transparenz, Ehrlichkeit und Integrität. Christus ist unsere Mitte – und um ihn herum teilen wir unser Leben.
Zu uns zählen sich Familien, Ehepaare und Singles aus verschiedenen Gemeinden. Jeder geht seiner beruflichen Verpflichtung nach und ist für seine finanzielle Situation zuständig. Gemeinsam haben wir regelmäßige Gebetszeiten in den einzelnen Häusern und verbringen als Gesamtgruppe der Kommunität regelmäßig Zeit zusammen.

praktischer Dienst
Unsere Gemeinschaft und unser Gebetsleben ist nicht Selbstzweck, sondern findet seinen Ausdruck im Dienst am Nächsten. Das Charisma der Liebe (1. Kor 13) ist unser Leitmotiv und der Dienst Jesu unser Vorbild (Jes 61). Unseren ersten und hauptsächlichen Dienst sehen wir im Gebet und der Fürbitte. Wir glauben, dass Karlsruhe die Berufung hat, ein Ort der Erneuerung, des Dienstes und der Anbetung zu sein. Dafür treten wir vor Gott ein und sind offen, für konkrete Gebetsanliegen aus verschiedenen Bereichen Fürbitte zu tun. Daneben ist jedes Mitglied in weiteren Diensten im Reich Gottes beteiligt. Dieser Dienst entspricht der Berufung und den Gaben des Einzelnen und kann ganz unterschiedliche, individuelle Formen annehmen. Die Mitglieder der Kommunität können als Dienste auch bestehende gemeindliche/kirchliche und soziale Dienste unterstützen. Unser gemeinschaftlicher Dienst besteht vor allem darin, dass wir Gäste in unseren Häusern willkommen heißen. Darüber hinaus wollen wir in unseren Häusern Möglichkeiten schaffen, in denen hilfsbedürftigen Menschen ein Platz geistlicher Erneuerung, sozialer Stärkung und persönlicher Wiederherstellung und Weiterentwicklung gegeben wird. Die Werkstatt für christliche Spiritualität ist der Dienstzweig unserer Kommunität, in dem wir Exerzitienkurse, Lehrseminare und Gebetsveranstaltungen anbieten.

feste geistliche Begleitung
Jünger Jesus zu sein bedeutet für uns auch, unter geistlicher Begleitung zu stehen. Jeder in unserer Gemeinschaft ist angehalten, sich eine Person zu suchen, die ihn geistlich begleitet. Wir glauben, dass gesundes, geistliches Wachstum und ein Reifen in Christus ohne geistliche Führung nicht möglich ist. Diese Begleitung schließt Bereiche der Seelsorge, Beratung, des Mentoring und geistlicher Vater- oder Mutterschaft ein. Wir wollen uns bewusst in wichtigen Lebensprozessen der Autorität von geistlicher Leitung unterstellen, unser Herz prüfen lassen und uns dem Rat einer reiferen, geistlichen Person anvertrauen. Die Kommunitätsmitglieder können sich die Personen, die sie begleiten, selber wählen. Sie müssen nicht aus der Kommunität kommen, sollen aber im Einklang mit den Werten der Kommunität sein.

starke Einheit und Zusammenarbeit
Unser Herz schlägt für die Einheit des Leibes Christi. Zusammen können wir mehr bewirken als alleine. Unser Fokus richtet sich auf Karlsruhe und die Region. Wir sehen vor uns eine Stadt, in der im Leib Jesu Christi eine Einheit in Vielfalt da ist. Die Gebetskommunität Karlsruhe will dazu ein Instrument der Versöhnung, Einheit und Liebe Christi sein. Unsere Gemeinschaft ist eine junge, überkonfessionelle Initiative und orientiert sich an den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK).
Wir verstehen uns nicht als Gemeinde/Kirche (Personalgemeinde, Zellkirche), sondern als überkonfessionelle Gemeinschaft/Initiative. Die Mitglieder der Kommunität müssen einen festen Platz in einer lokalen Kirche/Ortsgemeinde haben. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Ortsgemeinden ist uns sehr wichtig. Wir wollen weder Personen noch Finanzen von anderen abziehen. Wir sind Partner im Netzwerk des Christlichen Zentrums Karlsruhe (CZK), einer evangelischen Freikirche in Karlsruhe.

Bedeutung des Lebens und der Lehre der frühen Kirche
Das Leben und die Lehre der frühen Kirche ist unser geistlicher Nährboden und unsere spirituelle Schatztruhe. Hier liegen für uns die Wurzeln und das Fundament unserer Einheit. Hier finden wir die direkte Verbindung und Fortsetzung der Urgemeinde. Hier finden wir das Fundament unseres messianischen Glaubens. Die Spiritualität der frühen Kirche war geprägt von einer Hingabe und Vollmacht, die wir heute nur selten finden. Besonders die Bewegung der Wüstenväter und -mütter im 3. bis 5. Jahrhundert begeistert und inspiriert uns. Sie lebten eine Spiritualität des Herzens, in der die Erneuerung des Menschen, die Gestaltwerdung Christi in uns und ein ganzheitlicher Prozess der Erlösung im Vordergrund stand. Für uns findet sich dort eine der größten Erweckungs- und Erneuerungsbewegungen der Kirchengeschichte, deren Prinzipien gerade heute wieder von größter Bedeutung sind. Unser Anliegen ist es, die Wege der frühen Kirche wieder zu entdecken und neu zu beschreiten und so zur Erfüllung unserer Berufung zugerüstet und befähigt zu werden.
