Unser Werdegang

Unsere Gemeinschaft ist eine junge, überkonfessionelle Initiative, die in den letzten Jahren entstanden ist. Schon lange bewegt uns die Idee, eine kommunitäre Gemeinschaft zu haben. Unsere Lebenswege waren immer wieder gekennzeichnet von Stationen, in denen wir eng mit anderen zusammen gelebt haben und in kommunitären oder klösterlichen Häusern Orte der Erfrischung und Erneuerung fanden. Im Jahr 2008 initiierten meine Frau und ich (Marco und Syra Schulz) das Kommunitätsprojekt.

Neben der Gebetsinitiative des Internationalen Gebetshauses in Kansas City (IHOP) hat uns in den letzten Jahren vor allem der Dienst von Dr. Atef beeinflusst. 2005 kamen wir in Berührung mit ihm. Für uns erschloss sich damit eine neue Welt. Dr. Atef (Atef Aziz Mikail; * 1946) hat nach seinem Medizinstudium eine Ausbildung zum Diakon in der koptisch-orthodoxen Kirche absolviert. Sein Dienst dort war gekennzeichnet von Erneuerung und Erweckung. Neben dem Thema "Einheit des Leibes" hat er sich vor allem mit der Spiritualität der Wüstenväter beschäftigt, die in der Gegend von Wadi-el-Natrun lebten und im 4. und 5. Jhd. eines der geistlichen Zentren der Christenheit bildeten. Mehr als acht Jahre seines Lebens hat er in klösterlicher Abgeschiedenheit verbracht. Als junger Mann zeigte ihm Gott, dass er ihn in die ganze Welt als Zeuge des Evangeliums schicken würde. 2002, über 30 Jahre später, öffnete Gott diese Tür, nachdem er in Wadi-el-Natrun mit Lynn Green, dem Leiter von Jugend mit einer Mission (JMEM), zusammengetroffen war. Seitdem hat er weltweit in Gemeinden und auf Konferenzen gedient, aber auch immer wieder lange Zeiten der Abgeschiedenheit gesucht. Sein Herz schlägt dafür, dass wir modernen Christen die alten Quellen christlicher Spiritualität und Einheit wieder entdecken und ausgraben. Dr. Atef ist in den letzten Jahren drei Mal in Deutschland gewesen und hat in Gemeinden und Gruppen in Karlsruhe, Köln, Berlin und München sowie der Evangelischen Marienschwesternschaft in Darmstadt gedient.

Grundlegend ist für uns als Initiatoren eine Vision, die Gott mir (Marco Schulz) März 2003 gegeben hat. Sie geschah nach einer längeren Fastenzeit für einen Evangelisationseinsatz von meiner Frau Syra. Ich war Teil der prophetischen Vision und konnte spüren und sehen, was um mich herum geschah. Der erste Teil war im Wesentlichen ein Haus, das langsam mit Wasser gefüllt wurde. Sieben Quellen wurden nacheinander aufgetan. Das Dach des Hauses wurde entfernt und der Herr sprach: „Siehe, ich habe vor dir eine offene Tür gegeben.“ (Offb 4,1; 19,11; Hes 1,1) Dann kam ein großer Springbrunnen aus dem Haus und schoss hoch in die Luft. Die Wände des Hauses brachen nach außen weg und das Wasser strömte in die Umgebung. Dann füllte sich die Gegend mit Wasser wie ein Meer und der Herr sprach: „So, wie das Wasser das Meer bedeckt, so wird die Erkenntnis meiner Herrlichkeit die Erde bedecken.“ (Hab 2,14; Jes 11,9). Über die Jahre begannen wir, die Vision mehr und mehr zu verstehen. Gott spricht darin über unser Leben und unseren Dienst. Im Frühjahr 2007 wurde uns nach einer längeren Gebets- und Fastenzeit klar, dass Gott damit meint, dass wir geistliche Gemeinschaften gründen sollen, die sich um Gebet, Dienst und kommunitäres Leben versammeln.

Stiftungsurkunde (c) Generallandesarchiv Karlsruhe(c) Generallandesarchiv Karlsruhe

Ein weiterer Meilenstein in unserer Entwicklung war die Bezugnahme zu der Geschichte und Entwicklung unserer Stadt Karlsruhe. Wir lieben unsere Stadt und sind der Überzeugung, dass Gott Gutes und Großes mit den Menschen in unserer Region vor hat. Unser Wunsch ist es zu sehen, dass unsere Stadt Karlsruhe ein Ort lebendiger christlicher Spiritualität ist. Als wir von der Geschichte des Klosters Gottesaue hörten, bestätigte und festigte sich unser Gebetsanliegen, hier Orte der Erneuerung zu sehen. Die Stiftungsurkunde des Klosters Gottesaue von 1110 ist der älteste Beleg für die Besiedlung des heutigen Karlsruher Stadtgebietes - daher auch Magna Charta Karlsruhes genannt - und gleichzeitig das älteste Zeugnis über das ehemalige Benediktinerkloster Gottesaue. Darin übergab Graf Berthold Teile seiner Ländereien dem Kloster zum ewigen und unabänderlichen Nutzen zum Gebet und der Anbetung Gottes und dem Dienst an den Armen. Der deutsche Kaiser Heinrich V. unterzeichnete und besiegelte diese Urkunde. Das Klostergründung Gottesaue war Teil einer geistlichen Erneuerungs- und Gebetsbewegung, die ausgehend vom französischen Cluny ganz Europa erfasste und in Deutschland seinen Hauptsitz im Kloster von Hirsau hatte. Als solches hat Karlsruhe eine Berufung, ein Ort der Anbetung, der Erneuerung und des Dienstes zu sein. Betende Menschen, erneuerte Familien, dienende Gemeinschaften und Gemeinden haben hier ein Zuhause. Einen Nährboden, auf dem solche Häuser der Erneuerung entstehen können.

Im Jahr 2008 starteten wir mit einer Gruppe von Interessierten das Kommunitätsprojekt. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg, Gottes Vision und Herz für eine Gebetskommunität in Karlsruhe zu entdecken. Zur Zeit sind wir eine Gruppe von ca. 15 Personen, bestehend aus Familien, Ehepaaren und Singles. Die Personen kommen aus zwei Karlsruher Kirchen. Ein Teil unserer Gruppe wohnt gemeinsam in einem Haus in Karlsruhe (Wohnungen in der Johanneskapelle, Südendstraße 28, 76137 Karlsruhe). Wir sind dabei, in den nächsten Monaten ein zweites Haus der Erneuerung zu etablieren. Jeder geht seiner beruflichen Verpflichtung nach und ist für seine finanzielle Situation zuständig. Gemeinsam haben wir regelmäßige Gebetszeiten in den einzelnen Häusern und verbringen als Gesamtgruppe regelmäßig Zeit zusammen.