Spiritualität

Unsere Spiritualität ist geprägt vom Charisma der Liebe (1. Kor 13) und der Sendung, die Gottes Herz ausdrückt (Jes 61). Für uns steht die Erneuerung unseres Herzens, die Gestaltwerdung Christi in uns und ein ganzheitlicher Prozess der Erlösung im Vordergrund allen theologischen Denkens. Unsere Spiritualität gründet sich nicht in erster Linie auf theologische Studien, sondern auf eine andauernde kontemplative Auseinandersetzung und Erfahrung mit der Bibel und dem Leben und der Lehre der frühen Kirche. Unser geistliches Leben wurzelt in dieser Begegnung. Wir glauben, dass Gott eine persönliche Herzens- und Liebesbeziehung zu jedem Menschen haben will. Dabei spielt für uns Gebet die wichtigste und zentrale Rolle. Freundschaft und Beziehung zu Gott, Veränderung und Erneuerung des Herzens erleben wir dadurch, dass wir Zeit in der Gegenwart Gottes verbringen. Deswegen ist Gebet für uns die wichtigste aller Lebensaktivitäten: Die persönliche Meditation des Wortes Gottes erschließt uns den Reichtum der Schätze Gottes; erfüllt zu werden mit der Kraft des Heiligen Geistes ist für uns eine Sache des persönlichen Gebetslebens; effektiver Dienst entspringt aus dem Gebet und dauerhafte Segnungen in der Gemeinde und Gesellschaft haben ihren Ursprung im Gebet; der Weg zu Versöhnung und Einheit führt für uns über Gebet und Anbetung. Vorbild für unser Gebetsleben ist die Anbetung, wie sie im Himmel stattfindet und uns an verschiedenen Stellen in der Bibel, besonders im Buch der Psalmen und der Offenbarung Jesus Christi, vermittelt wird. Das Modell unserer Lebensgestaltung finden wir in der Stiftshütte wieder. Dort werden uns die Prinzipien dargestellt, wie wir ein Leben in der Gegenwart Gottes führen können. Die Sehnsucht, das Jesus bald wiederkommen sollen, spielt in unserem Gebet eine große Rolle. Inspiriert durch die frühchistliche Erwartung des wiederkommenden Herrn (Offb 22,20) ist unsere Spiritualität eschatologisch geprägt.

Das Leben und die Lehre der frühen Kirche ist unser geistlicher Nährboden und unsere spirituelle Schatztruhe. Hier liegt für uns das Fundament unserer Einheit. Hier entdecken wir die alttestamentlichen Wurzeln unseres Glaubens. Hier finden wir die direkte Verbindung und Fortsetzung der Urgemeinde. Hier finden wir das Fundament unseres messianischen Glaubens. Die Spiritualität der frühen Kirche war geprägt von einer Hingabe und Vollmacht, die wir heute nur selten finden. Besonders die Bewegung der Wüstenväter und –mütter im 3. bis 5. Jahrhundert begeistert und inspiriert uns. Sie lebten eine Spiritualität des Herzens, in der die Erneuerung des Herzens, die Gestaltwerdung Christi in uns und ein ganzheitlicher Prozess der Erlösung im Vordergrund stand. Für uns findet sich dort eine der größten Erweckungs- und Erneuerungsbewegungen der Kirchengeschichte, deren Prinzipien gerade heute wieder von größter Bedeutung sind. Unser Anliegen ist es, die Wege der frühen Kirche wieder zu entdecken und neu zu beschreiten und so zur Erfüllung unserer Berufung zugerüstet und befähigt zu werden. Mit unserer Spiritualität wollen wir denominationelle und konfessionelle Grenzen überwinden und Brücken zu den unterschiedlichen christlichen Kirchen und Gemeinschaften bauen.

Unseren Glauben finden wir im apostolischen Glaubensbekenntnis ausgedrückt. Als überkonfessionelle Gemeinschaft haben wir eine weltweite Perspektive. Wir sind vertraut mit verschiedenen Glaubensrichtungen der orthodoxen, katholischen, evangelischen Kirchen, freikirchlichen Gemeinden, der messianisch-jüdischen Bewegung wie auch dem Judentum im allgemeinen. Wir orientieren uns an den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und verstehen uns als Teil der Miteinander-für-Karlsruhe- bzw. Miteinander-für-Europa-Bewegung.
Glaubensbekenntnis

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Empfangen von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Hinabgestiegen in das Reich des Todes; am dritten Tage auferstanden von den Toten; aufgefahren in den Himmel; Er sitzt zur Rechten Gottes, des Allmächtigen; von dort wird Er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen“ (laut Beschluss der evangelischen Landessynode vom 29.10.1971)
