
Einen Lebensstil des Gebetes zu entwicklen ist für uns der Schlüssel für ein erneuertes und erwecktes Chrsitsein. Liest man die Bibel aufmerksam durch, so entdeckt man, dass jede geistliche Person ein intensives Gebetsleben gepfegt hat. Mose verbrachte ganze Wochen in der Gegenwart Gottes, Elijah war für Jahre in die Wüste, David betete siebenmal am Tag, Daniel fiel drei Mal am Tag auf seine Knie und Jesus zog sich regelmäßig zu Gebet zurück. Der Dienst von Paulus, dem wohl effektivsten Missionar aller Zeiten, wurde aus einer jahrelangen Zeit der Vorbereitung, Abgeschiedenheit und des Gebetes geboren. Und selbst im Dienst stehend spricht Paulus immer wieder davon, wie er beständig und unablässig im Gebet steht und für die Gemeinden eintritt. Männer und Frauen der Kirchengeschichte betonen, wie zentral für sie ein Lebensstil des Gebetes ist: Igantius, ein Jünger des Apostels Johannes, schreibt in seinem Brief an Polycarp, den Bischof der Gemeinde von Smyrna, dass er Zeit finden soll, unablässig zu beten. In der Wüstenväterbewegung war es nichts Außergewöhnliches, dass Menschen so eingetaucht waren in das Wort Gottes und ins Gebet, dass sie selbst im Schalf beten. In vielen monastischen Kreisen gab es über Jahrhunderte 24-Stunden Gebetsaltäre, wo Gott rund um die Uhr angebetet wurde. Luther verbrachte täglich Stunden im Gebet. Und viele andere lassen sich hier als betende Männer und Frauen Gottes einreihen, die ihre Zeit geprägt und das Reiches Gottes ausgebreitet haben: St. Johannes Chrysostomos, St. Bendetikt, St. Augustine, Franz von Assisi, August Hermann Francke, Nikolaus von der Flüe, Zinzendorf, Georg Müller, Hudson Taylor, Charles Finney, Charles H. Spurgeon, Pfarrer von Ars, William Booth, Evan Roberts, Mutter Theresa, Dietrich Bonhöffer ... Ja, wer unter den Vorbildern der Kirche, wer unter den Heiligen des Ostens und des Westens sollte da nicht aufgezählt werden?
In diesem Kurs wollen wir uns der Frage stellen, wie wir in einen Lebensstil des Gebetes hineinwachen. In der frühen Kirche war es üblich, regelmäßig am Tag kurze Gebetszeiten zu verbringen. Aus dieser Tradtition entstand die Idee des Stundengebetes. Bis heute ist das Stundengebet eine weit verbreitete geistliche Übung in den verschiedenen Kirchen des Ostens und Westens. Gemeinsam ist dieser Tradition die Vorstellung, dass Menschen dadurch ein Lebensstil des Gebetes entwickeln und ein Hilfsmiittel haben, ihren Alltag in die Gegenwart Gottes einzutauchen. Konkreter Gegenstand der Betrachtung in diesem Exerzitienkurs ist eine der ältesten Formen des Stundengebetes - die Akbeya, das Gebetsbuch der frühen Kirche in Ägypten.
